Nibelungen Festspiele 2008 - Die neuen Nibelungen

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Erste Rolle beim Augenarzt

Christian Klischat spielt Doppelrolle

   

 

cid. „Schön“ war das Lieblingswort von Christian Klischat beim Gespräch mit der WZ. Er kam von einem schönen Probentag, findet es schön, mit so tollen Kollegen zusammenarbeiten und schön in Worms zu sein. Der 39-jährige Schauspieler fühlt sich hier rundum Wohl. Das ist kein Wunder, denn sein Wunsch, selbst einmal bei den Nibelungen dabei zu sein, hat sich erfüllt. Er spielt den Ortwin von Metz und im zweiten Teil zusätzlich die Rolle des Bleda und arbeitet daran, mit Kleinigkeiten viel aus seinen Figuren zu machen.

 

Eine konkrete Vorstellung davon, wie es tatsächlich bei den Nibelungen zugeht, hatte er nicht. Aber er liebt es Dinge auszuprobieren, die er noch nie zuvor gemacht hat. Was ihm hier besonders gefällt ist der Geist, der im Ensemble herrscht. „Nicht nur bei den Schauspielern, auch hinter den Kulissen. Das ist ein schönes Zusammenspiel, das später auf der Bühne ausstrahlen wird“, ist er sich sicher. Er will kein Spezialist für die Bühne oder vor der Kamera sein. „Ich möchte nicht nur professionell funktionieren. Durch die Abwechslung kann ich mich weiterentwickeln“, berichtet er. Deswegen hat er Kurzfilme gedreht und Hörspiele gemacht. Er ist außerdem Musiker mit Vorliebe für Rock und Blues und hat erneut seine Stimme in der Wormser Kulturnacht in einem „Dialog mit Gott“ in der Magnuskirche eingebracht.

 

Die Region ist ihm nicht fremd. Er ist in Kirchheimbolanden geboren, in Darmstadt aufgewachsen und hat in Mainz seine Schauspielausbildung absolviert. Mit Worms verbindet ihn eine Kindheitserinnerung, die gleichzeitig seine ersten schauspielerischen Versuche zeigt. Die fanden allerdings nicht auf der Bühne, sondern zuhause in der Familie statt. „Ich wollte als Kind unbedingt eine Brille und hab meine Mutter dazu gebracht, mit mir nach Worms zu einem Spezialisten zu gehen“, verrät Klischat. Er kam am Ende mit einem verklebten Auge und einer Brille wieder heraus. „Zum Fußballtraining hab ich die Brille allerdings immer abgesetzt und das Pflaster heruntergerissen“, lacht er. Als er die Brille leid war, fand ein erneuter Besuch beim Augenarzt statt. „Meine Mutter glaubte damals an ein Wunder und es gehört zu meinen schwersten Stunden als ich ihr Jahre später die Wahrheit gebeichtet hab'“, bekennt er.

 

Derzeit pendelt Christian Klischat zwischen Potsdam und Worms hin und her. Doch das Stück am dortigen Hans Otto Theater läuft jetzt aus, dann kann er sich ganz auf die Probenarbeit für die Nibelungen konzentrieren. An seinen freien Tagen wird es ihn aber wieder Richtung Berlin ziehen. Denn da wartet seine Familie und seine kleine Tochter vermisst ihn schon.